Salü mitenand
Falls ihr auch so oft Zug fährt, wie ich, wisst ihr es auch: Es gibt echt komische Fahrgäste. Auch viele mühsame, wie die Grossmütter/Mütter, die einen Ausflug machen und in einer Lautstärke erzählen müssen, was sie gebacken haben. Schön und gut, aber ich will eigentlich nur still lernen, Netflix schauen oder schlafen. Eine ganz andere mühsame Gattung der Zugfahrenden sind die Lauttelefoniermenschen. Ach, ich habe schon so vieles gehört, das ich nicht hören wollte. #toomuchinfo.

Zum Beispiel telefonierte eine Frau im Zug und wollte der Frau am anderen Ende etwas erzählen, ohne dass es alle im Zug mitbekommen und redete deshalb in den Ecken zwischen Zugwand und Stühle hinein (was ein wenig blöd aussieht). Trotzdem hörte ich, dass sie etwas juckt und  etwas von einem Pilz. Solche Details will ich wirklich nicht von fremdem Menschen mitbekommen. Eine andere Frau facetimete mit ihrem Freund und erzählte ohne Witz eine halbe Stunde von ihren Haaren, die sie jetzt neu geschnitten hatte. War extrem spannend.

Aber etwas ganz Spezielles habe ich erst letztens mitbekommen. Es ist abends um 10 Uhr, ich fahre im Zug nach Chur und höre die ganze Zeit wie jemand am WC rüttelt und ein Alarm-Ton losgeht, weil das WC gesperrt ist. Der Fahrgast will dies nicht akzeptieren und klickt auf den Notfallknopf bei der Türe. Der Mann am andere Ende meldet sich und fragt nach dem Notfall. Der Fahrgast meint, das WC sei abgeschlossen und er müsse aufs WC. Der Mann am anderen Ende fragt noch ob sonst alles okey sei, nachdem der Fahrgast das bejaht, erinnerte er diesen das dies ja ein Notfallknopf ist. Der Mann redet unbeeindruckt und langsam wütend weiter, dass er aber aufs WC müsse und jemand kommen soll um aufzuschliessen. Die Diskussion ging noch ein paar Minuten weiter.

Es gibt jedoch auch positive Geschichten, wie gestern beispielsweise. Da kam ein Frau mit Baby auf dem Arm und fragte Mitfahrende, wer auch nach Bad Ragaz müsse. Sie war unsicher ob der Zug dort anhalte. Die Frau musste eigentlich weiter auf Fläsch und meinte sie müsse sich von Bad Ragaz aus wahrscheinlich ein Taxi leisten jedoch hatte ihr Handy keinen Akku mehr. Da zeigte es sich wieder, dass es doch viele gute und hilfsbereite Menschen gibt: Eine ältere Frau lieh ihr das Handy, damit die Frau mit Baby mit ihrem Mann telefonieren konnte. Ein junger Mann erklärte ihr, dass der Zug sicher in Bad Ragaz anhalte und bot ihr auch an, sie schnell mit dem Auto von da mitzunehmen. Und eine junge Frau lieh ihr ein Ladekabel für das Handy.

Falls ihr auch mal was spezielles im Zug erlebt habt, schreibt es doch in die Kommentare.

 

~Mae Holland

Kategorien: Chill-Life

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